www.sozialfotografie.deaArbeiten von Helge Lindau

 
    Dokumentarfilme


Jede einem Menschen zugefügte

Beleidigung, gleichgültig welcher Rasse

er angehört, ist eine Herabwürdigung

der ganzen Menschheit.

Albert Camus

 

 

 


1. Kasan
(Über eine Romasiedlung in Varna - Bulgarien)

2. die bessere seite
(Über einen Jungen aus Nyirmihalydi - Ungarn)

3. Familienbande
Die Suche eines Künstlers nach seinen ethnischen Wurzeln. (Debrecen - Ungarn)

4. Trailer & Reportage
Videos online schauen

 

Produktion: Helge Lindau
Länge: ca. 45 min
Drehorte: Varna / Vladislavovo (Bulgarien)
Genre: Dokumentarfilm
Sprache: Om dt. UT
Regie: Helge Lindau
Musik und Ton: Arno Friedel
Regieassistenz: Dinko Todinov
Kamera/O-Ton: Helge Lindau

Synopsis
Nur ein paar Kilometer von der Touristenhochburg "Goldstrand" entfernt liegt der Stadtteil Varna-Vladislavovo. Hierher verirren sich keine Touristen.
Zwischen den grauen Plattenbauten, die während der kommunistischen Ära auf den Berg gesetzt wurden, lieg, als Enklave, Machlata, das Ghetto.
Viele der Bewohner, die mehrheitlich aus Roma und Millets bestehen, leben vom "Kasan". "Kasan" heißt Container. "Kasan" heißt auch die Müllcontainer nach verwertbarem zu durchwühlen.

Der Film "Kasan" erzählt vom Leben der Familie Filipova, die schon seit Jahr und Tag im Machlata lebt.
Wir begleiten die Mutter der Familie, Elena, bei ihrer Arbeit als Straßenfegerin am Goldstrand. Sie arbeitet 12 Stunden täglich, sieben Tage die Woche, für einen Hungerlohn.

Der Vater der Familie, Krasso, ist mit seinem kleinen Pferdewagen unterwegs um in den Containern von Vladislavovo nach Metall oder nach Futter für sein Schwein zu suchen.
Gezeigt wird das Leben im Ghetto, deren Menschen sich trotz der Armut, ihren Stolz bewahrt haben.

Der Dokumentarfilm "Kasan" gibt einen Einblick in das Leben im Ghetto, ohne voyeuristisch zu wirken. Er beschreibt die Menschen dieser Enklave respektvoll aber trotzdem aus deren Mitte heraus.

Text aus dem Abspann:
Salim, ein Ghettokind, sagte mir einmal: "Hier ist doch nicht Afrika!"

Doch nur zwei Flugstunden von Berlin entfernt, hungern Menschen, neben Touristen, die sich in der Sonne aalen.
Etwa 2750 Menschen wohnen in der Machlata von Varna / Vladislavovo. Fast 80 Prozent der Bewohner sind Kinder. Über die Hälfte der Kinder kann weder lesen noch schreiben. Die Hälfte der hier lebenden Roma und Millets sind in irgendeiner Form drogenabgängig, Alkohol, Klebstoff, Spiritus und noch härteren Drogen.
Viele sind zu illegalen Geschäften gezwungen. Die fangen beim Drogenhandel an, und gehen über Frauenhandel bis hin zur organisierten Kinderprostitution. Die Geschäfte werden von einer straff organisierten Mafia geschützt.

Viele Eltern in der Machlata können sich nicht um ihre Kinder kümmern. Oft ernähren die etwas größeren Kinder ihre Geschwister und ihre Eltern.
80 Prozent der Kinder leben ständig oder zeitweise von Kasan, dem Suchen nach verwertbarem in den Müllcontainern.

Hilfsgüter und Spendengelder, die für die Roma und Millets bestimmt sind, versickern im Sumpf aus Korruption und Behördenwillkür. Oft sind auch die Hilfsorganisationen selbst darin involviert.

Ich lebe hier seit zwei Jahren in der Machlata von Vladislavovo und habe Helge Lindau während der Dreharbeiten unterstützt. Das der Film nun doch gezeigt werden kann grenzt an ein Wunder, da die Mafia und die mit ihr verbunden Behörden, die Dreharbeiten versuchten zu verhindern.
Ich hoffe der Film sensibilisiert die Menschen im Westen, für die chaotischen Zustände in den Romasiedlungen, von denen die Machlata nur eine ist.

Im Namen aller meiner Freunde in der Machlata
Frank A.


Filmkritiken zu Kasan:


So wünsche ich mir Dokumentarfilme...
...Frei von belehrenden Kommentaren und dennoch mit wünschbarer Deutlichkeit gibt dieser Film einen Einblick in das Leben der Roma, wie es sich am Rande der Grossstädte wirklich abspielt: Von der Wohlstandsgesellschaft mehr geduldet, als akzeptiert, ausgestossen und ausgenutzt, ist es ein Existenzkampf, der für die Menschen im Ghetto täglich von neuem beginnt.
Ein beeindruckender Film.
(Kurt Lussi, Konservator für Volkskunde am Historischen Museum Luzern)

...Die Aufführung Deines Filmes ist in Wien wie eine Bombe eingeschlagen. Die Zuschauer wurden nach der Aufführung sehr nachdenklich und fragten nach Möglichkeiten der Hilfe für die Betroffenen. Dieser Film ist eine wichtige Dokumentation und hilft die Situation der Roma, hier vor Ort, anschaulich zu machen. Dank dieses Filmes können wir nun vielleicht ein Schul-Kinder-Tagesstaetten-Projekt in die Wege leiten...
Danke für Deine Hilfe!
(Frank Abbas)

Nochmal vielen Dank für die Zusendung Ihres Films Kasan. Ich freue mich ihn auf unserer Ausstellung im November zeigen zu können. Der Film gefällt mir sehr gut, weil er einen ungeschminkten Einblick in den Alltag der betroffenen Menschen gewährt, und daraus seine Schönheit gewinnt. Ebenso geht es mir mit den Fotos, die auf mich sehr lebensnah und lebendig wirken. Sie passen sehr gut in unser Ausstellungskonzept.
(Martina Pape, Künstlerin, München)

Ihr Film hat mir gut gefallen und passt hervorragend zur meinem Thema: "Die Armutsdarstellung der Roma in den Filmen ,Schwarze Katze, weißer Kater' von Emir Kusturica und ,Kasan' von Helge Lindau".
(Mihaela Milanova, Uni Trier)

...hab mir natürlich gleich die DVD angeschaut und muss sagen: Ich bin überwältigt!! Sie haben das Thema genau auf den Punkt gebracht! Die meisten Touristen kennen die andere Seite von Bulgarien kein bisschen!...
(Friedhelm Volz, E-Techniker)

 

Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg
Länge: 42 min
Drehorte: Nyirmihálydi, Budapest (Ungarn)
Genre: szenischer Dokumentarfilm
Sprache: Om dt./engl. UT
Regie/Buch/Ton: Janek Romero
Regieassistenz/Fachberatung: Helge Lindau
Kamera: Frank Lamm
Producer: Andreas Perzl




Synopsis

Der Junge, der am Bahnhof sitzt und den vorbeifahrenden Fernzügen nachträumt, heißt Joci. Sein Heimatdorf Nyirmihálydi ist eine Romasiedlung im Osten Ungarns.
Hier lebt man nach eigener Tradition, tanzt zur eigenen Musik, spricht eine eigene Sprache. Erwachsen zu werden bedeutet hier in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Doch Joci träumt von einem Leben jenseits der Schienen. Was erwartet ihn, wenn er das Dorf verlässt, wenn er sich seinem Vater widersetzt? Der Film begleitet den Roma-Jungen durch seinen Alltag, zu seinen Wurzeln und nach Budapest, in eine für Joci unbekannte Welt.

The boy sitting at the railway station, wistfully observing passing trains, is called Joci. His village, Nyirmihálydi, is a settelment of Romanies in the east of Hungary. Nyirmihálydi is a place where people live according to their own traditions, dance to their own music and talk their own language. It is a place where growing up means getting ready to follow in your father´s footsteps. Joci, however, dreams of a life beyond the railway tracks. What awaits him, if he opposes his father and leaves his village? The movie accompanies the Romany boy in his everyday life, trying to find his roots, and his journey to Budapest, a world unknown and filled with promise for Joci.

"Die bessere Seite" ist keine x-fach gesehene Milieustudie, sondern ein anspruchsvoller Dokumentarfilm der das Thema "vorherbestimmte Zukunft" am Beispiel eines ungarischen Jungen, für alle Betroffenen gleichermaßen gültig, behandelt, durchdacht und sympathisch präsentiert und mit der erstklassigen Kameraarbeit sowie der originalen Roma-Musik unter die Haut geht.

Über den Film und die "Macher"
Während seines Studiums an der Filmakademie Baden-Württemberg realisierte Janek Romero (26) mit Helge Lindau und Kommilitonen den Dokumentarfilm "Die bessere Seite" und feilte weiter an seiner Handschrift als Regisseur.
Mit spielfilmartigen Elementen gelingt es ihm auf ehrliche, feinfühlige sowie unterhaltsame Art dem Zuschauer in nur 42 Minuten einen Einblick in die Welt der in Ungarn lebenden Roma zu gewähren. Mit dem 15-jährigen Protagonisten Joci gelangen wir in dessen Dorf im Osten des Landes, erfahren über seine Sorgen, Wünsche sowie Zukunftspläne und lernen darüber hinaus Tradition, Sprache und Musik der Roma kennen.

Dass die Dreharbeiten in nur knapp vier Wochen stattfinden konnten, war zum Großteil Verdienst von Helge Lindau, der seit über 12 Jahren im Osten Europas als Fotograf in Roma-Siedlungen tätig ist und der Filmcrew als Berater und Übersetzer zur Seite stand. Auch er arbeitete wie das gesamte Team ohne Gage, da für Hochschulprojekte meist nur ein geringes Budget zur Verfügung steht, was man dem Film aber nicht ansieht.

 

(in abschließender Überarbeitung)

Produktion: Helge Lindau
Länge: ca. 45 min
Drehort: Debrecen (Ungarn)
Genre: Dokumentarfilm
Sprache: Om dt. UT
Regie: Helge Lindau
Ton: Arno Friedel
Kamera / O-Ton: Helge Lindau

Synopsis

Der neue Dokumentarfilm von Helge Lindau, schildert das Leben einer zehnköpfigen Familie, in Ungarns Osten, in Debrecen.

Die Hautprotagonisten des Filmes sind, der Vater der Familie, David Beeri, international bekannter Maler und dessen 16-jähriger Sohn Barnabás, der soeben am Budapester Konservatorium aufgenommen wurde.

Der Zuschauer wird in diesem Film nicht von „Off - Kommentaren“ belehrt, sondern es kommen die Mitglieder dieser Familie zu Wort. Insbesondere stellt der Künstler David Beeri Fragen nach seinen Wurzeln und somit nach den Wurzeln seiner Familie. Zitat D. Beeri: „Eigentlich bestehe ich aus drei Arten von Blut: Dem Blut der Juden, dem Blut der Ungarn und dem Blut der Zigeuner.“

Im Film wird ein Einblick, in das sensible Gefüge einer Großfamilie gewährt.
Was für die Familie Beeri Alltag ist, wird für die Zuschauer zu einer Reise in eine unbekannte Welt, ohne Fernsehgerät, aber mit viel Musik, Bildern und einer puren Lust am Leben.

- Trailer zum Dokumentarfilm "Kasan"


- Trailer zum Dokumentarfilm "die bessere seite"



- Reportage zum Dokumentarfilm "Kasan"

 

© 1990-2012 by Helge Lindau